Am 28.11.2016 haben 20 Damen und Herren der IMV Pforzheim e.V. unter der Führung von Herrn Heiko Hölzle die Firma Bellmer im Werk in Mühlacker/ Enzberg besucht.
Organisiert wurde die Besichtigung freundlicherweise von unserem Ehrenvorsitzenden Jürgen Hölzle.
Wir danken seinem Sohn Herrn Heiko Hölzle herzlich für den freundlichen Empfang,
die sehr umfangreichen Informationen, die Präsentation zur Gebr. BELLMER GmbH Maschinenfabrik und die sehr interessante und informative Führung durch die Produktion.
Weitere interessante Details und Informationen zum Bellmer Konzern können gerne auf folgender Website eingesehen werden. www.bellmer.de
Volker Faaß (1. Vorsitzender)
Eindrücke bei der Besichtigung Eindrücke bei der Besichtigung
Nicht schlecht staunten die 18 Mitglieder der Industriemeister-vereinigung Pforzheim e.V. was aus der im Jahre 1900 gegründeten Firma Karl Klink entstanden ist. Von der klassischen Trauringwalze bis hin zur kompletten Systemlösung für Räumanwendungen, mit automatisierten Zuführ- und Laserbeschriftungsapplikationen, direkt an die Fertigungslinien der großen Automobilhersteller geliefert. Ein ganzheitlicher Service für die entsprechend benötigten Räumwerkzeuge rundet das Produktportfolio, das man am Hauptsitz des Unternehmens beziehen kann, ab.
Am 12. Oktober 2016 traf sich eine Delegation von Interessierten IMV-Mitgliedern vor den Toren des Unternehmens in Niefern-Öschelbronn. Der Begrüßung durch den technischen Vertriebsleiter Herrn Göring folgte die Einführung in das sehr rationelle, spanabhebende Fertigungsverfahren des Räumens. Hierbei wurden auch die neuste Prozesstechnologie das Harträumen, eine hauseigene Weiterentwicklung, vorgestellt.
Eine kurzweilige Präsentation der historischen Eckdaten des Unternehmens, das sich seit Gründung im Eigentum der Familie Klink befindet und nun im Klink Holding Verbund eine feste Größe darstellt, bis ins heutige Jahr 2016 schlossen den informativen Teil ab.
Im Anschluss führte der Produktionsleiter Herrn Brecht die Besucher durch den Maschinenbau. Dort werden im neusten Hallentrakt von ca. 80 Mitarbeitern hochkomplexe CNC-Drallräumanlagen montiert und für die Vorabnahmen durch den Kunden vorbereitet. An Maschinen in den verschiedensten Fertigungsstadien erläuterte Herr Brecht die Funktionsweise und Vorteile der Hubtischtechnologie, diese viel ergonomischere Antriebsvariante hat zur Folge, das ebenerdiges Teilebestücken sowie „grubenfreie“ Gebäudefundamente nun als Stand der Technik gelten und Standard in der Räumtechnik sind.
Jedoch ohne das passende Werkzeug bleibt die beste Räummaschine nutzlos. Wie die vielen Schneiden daran entstehen, Rohlinge vorgedreht und gehärtet sowie gerichtet und geschliffen werden, wurde im Werkzeugbau verdeutlicht. Die Fertigungstiefe beeindruckt, jeder Arbeitsschritt, außer den Oberflächenbeschichtungen, werden bei Karl Klink „inhouse“ gefertigt. Mit ein Grund weshalb die Hälfte des Jahresumsatzes durch Werkzeuge bzw. durch Dienstleistungen an Werkzeugen erzielt wird.
Den Abschluss der fast 4 stündigen Besichtigung bildete ein Besuch der hauseigenen Lehrwerkstatt, gemeinsam mit Auszubildenden von 3 weiteren Unternehmen aus der näheren Umgebung findet dort ein Großteil der praktischen Ausbildung statt. Aktuell beschäftigt der Eigenbau eines 3D Druckers die Auszubildenden, an solchen Projekten kann man viele theoretische Lehrinhalte praktisch erlernen und nebenbei noch neuste additive Fertigungsverfahren kennenlernen. Auf der nächsten Berufinformationsveranstaltung in Pforzheim soll das Gerät junge Menschen für das Erlernen von Metallberufen animieren.
Stefan Maier (Pressereferent)
Gruppenbild vor der größten CNC-Drallräumanlage bei Karl Klink Gruppenbild vor der größten CNC-Drallräumanlage bei Karl Klinkv.l.n.r.: Volker Faaß (1. Vorsitzende IMV-Pforzheim e.V.) und Hr. Göring (Technischer Vertriebsleiter Karl Klink GmbH) bei der Präsentübergabe und Verabschiedung
Das Werbeinfomaterial wurde uns freundlicherweise durch die Firma Karl Klink zum Download bereitgestellt.
Um ca. 14.00 Uhr trafen sich 16 Mitglieder der IMV-Pforzheim vor dem Werk 2 der Fa. Stöber zu einer Werksführung.
Empfangen wurden wir von Herrn Volker Manz (Produktionsleiter) der uns dann in einer Präsentation Einblicke von der Anfangszeit bis hin zum jetzigen Zeitpunkt gab.
Weltweit wurden hierbei auch zahlreiche Töchtergesellschaften gegründet.
Einen Überblick der Produktpalette, Fertigungsleitsysteme und Schichtmodelle wurden erläutert.
Bemerkenswert war die Tatsache, dass Stöber trotz seiner Größe keine Tarifbindung hat.
Bei der anschließenden Führung durch das Werk konnte man sich vom Ablauf und dem Know How der Fertigung ein Bild machen.
Zahlreiche Bearbeitungszentren, Drehmaschinen, Wälzfrästechniken, CNC-Rundschleifen usw. kommen in verschiedenen Abteilungen und Hallen zum Einsatz.
Eine Hochregaltechnik zur Steuerung der Endmontageplätze, sowie eine neue Lackieranlage zeigen eine stetige Entwicklung.
Auch die Ausbildung von Industriemechanikern (8 Lehrlinge) in einer Lehrwerkstatt, die Betreuung von Studenten und Schülern zeigen ein sehr positives Bild von Stöber.
Alles im allen war es eine sehr interessante und gelungene Besichtigung.
Mit einem kleinen Dankeschön in Form eines Weinpräsentes wurde dann gegen 17.00 Uhr Herrn Manz für die Veranstaltung gedankt und beendet.
Rolf Scheytt (Schriftführer)
Die Präsentation wurde uns freundlicherweise durch die Firma Stöber zum Download bereitgestellt.
So gut wie jedem ist die Marke Kärcher ein Begriff, der Gebrauch der schwarz gelben Geräte ist bereits so alltäglich geworden, dass er ein eigenes Verb besitzt: „kärchern“.
Die Mitglieder der IMV Pforzheim, welche sich auf den Weg nach Bühlertal in der Nähe von Schwäbisch Hall gemacht hatten, zeigten sich beeindruckt von der Fertigungstiefe des größten deutschen Kärcher Produktionsstandorts.
Von der Wicklung und Montage der Elektromotoren bis zum frisch spritzgegossenen Gehäuseteil, fast alles wird bei Kärcher in Eigenregie und direkt vor Ort erledigt.
Jedes Gerät wird in Linien, zum größten Teil von Hand montiert, getestet und verpackt. Lediglich das Palettieren der bis zu 70 Kg schweren Dampfstrahler erledigt ein Industrieroboter.
Die Tagesausstoßmenge liegt aktuell bei 25.000 Geräten, was in dieser Jahreszeit völlig normal, jedoch nach oben hin noch deutlich erweiterbar ist. Denn die Nachfrage steigt, je wärmer und schöner es wird, erläuterte Alexandra Kuchenbrod vom Besucher Management. Die Kundschaft beseitigt dann mit „Hochdruck“ die Spuren des Winters und macht alles in und um Haus und Garten wieder fit für die kommende Saison.
Wer in solchen Dimensionen produziert muss auch entsprechend lagern. Der zweite Teil der Führung wurde im nahen Logistikzentrum auf der Gemarkung Obersontheim fortgesetzt. In zwei vollautomatischen Hochregallagern, mit einer Gesamtkapazität von ca. 30.000 Stellplätzen, können alle Waren für den Weg zum Kunden bereit gemacht werden.
Dabei kommt neuste Logistiktechnologie wie „pick by light“ oder „pick by voice“ zum Einsatz. Eindrucksvoll wurde deren Handhabung demonstriert. Selbstfahrende Regale die per Laserstrahl direkt auf die Ware zeigen oder wie der Lagermitarbeiter via Headset und Mikrofon vom System den genauen Lagerplatz genannt bekommt.
Hunderte Meter Transportbahnen leiten die entnommenen Waren an manuelle Packplätze weiter. Wovon die Sendung dann automatisch und nahezu ohne menschliches Zutun direkt in den LKW Anhänger hinein fährt.
Die weltweite Ersatzteilversorgung, der aktuell über 3000 im Katalog gelisteten Produkte, wird zu einem großen Teil durch diese beeindruckende Infrastruktur sichergestellt.
In der Betriebskantine, des stets inhabergeführtem Unternehmen, wurde die Betriebsbesichtigung kulinarisch abgerundet. Mit vielen neu gewonnenen Eindrücken machten sich die IMV-Mitglieder wieder auf den Heimweg nach Pforzheim.
Braucht man ein Buch, Werkzeuge, Notebook, Smartphone oder andere ausgefallene Dinge, heute wird alles gleich gegoogelt und oft bequem von zu Hause aus bestellt. Aber nicht mehr wie früher über Katalog, sondern im WorldWideWeb. Wer im Internet einkauft kommt dabei an einer Firma nicht mehr vorbei: AMAZON! Meistens die erste Anlaufstelle.
Um die steigenden Bestellungen bewältigen zu können hat das Unternehmen im Jahr 2012 in Pforzheim an der Amazonstraße 1 ein neues Logistikzentrum eröffnet. Selbstverständlich muss die IMV-Pforzheim dort hinter die Kulissen schauen. Am 16. September war es endlich soweit, das logistische Geheimnis wird gelüftet.
„Alle Bestellungen haben eine sehr kurze Durchlaufzeit“ kann Alexander Bruggner, Standortleiter von Amazon Pforzheim, berichten. An Spitzentage können das auch mal, wie am 15. Dezember 2013 4,6 Mio. Kundenbestellungen pro Tag sein. Somit drückten pro Sekunde 53 Kunden den Knopf: „Jetzt kaufen“. Ein Teil davon wurde auch vom Pforzheimer Standort aus verschickt.
Noch beeindruckender wenn man bedenkt, dass die Ware allein nur in Pforzheim auf einer Fläche von 110.000m² bzw. 17 Fußballfelder in Regalen gelagert wird. Mit rund 1.000 Mitarbeiter, die in 2 Schichten à 38,75 Stunden die Woche arbeiten, macht man dies möglich.
Die Mitarbeiter sind dem Konzern wichtig. Dies ist auch an einem vorhandenen Betriebsrestaurant erkennbar. Hier gibt es frisches Obst und das Essen wird vor Ort zubereitet, mit dem Ziel: Gesundheitsbewusste Ernährung, leichte abwechslungsreiche Küche zu bezahlbaren Preisen.
Vor allem ungelernte Mitmenschen können ihre berufliche Zukunft beim Logistikexperten starten. Ein Monatsgehalt von ca. 2.000€ zzgl. monatliche Boni bei entsprechender Zielerreichung, betriebliche Altersversorgung, Erfolgsbeteiligung durch Aktien nach zwei Jahren sprechen für Amazon.
Somit ist dieser Arbeitgeber ein nicht mehr wegzudenkender Pfeiler für den Arbeitsmarkt in Pforzheim und den Enzkreis.
„Gerne überreichen wir Ihnen heute die Goldene Ehrennadel mit Eichenlaub des Bundesverbandes“, bedankt sich Joachim Dengler, Vorsitzender der Industriemeistervereinigung Pforzheim (IMV) bei den Geschäftsführern der Firma Witzenmann, Dr. Hans-Eberhard Koch, Dr. Gerhard Flöck und Dr. Andreas Kämpfe für die mittlerweile 40-jährige Unterstützung des Vereins.
Bereits 1974 hat man beim Pforzheimer Traditionsunternehmen in der Östliche Karl-Friedrichstraße 134 erkannt wie wichtig das lebensbegleitende Lernen im Arbeitsleben ist und die IMV mit ihrem Weiterbildungsangebot ist hierbei ein wichtiger Baustein.
„Es erfüllt uns heute mit Stolz, dass unsere Mitarbeiter so stark im Vorstand aktiv sind“, so Dr. Koch. Dieser ehrenamtliche Einsatz stärke schließlich nicht nur das eigene Unternehmen, sondern stärke schließlich die gesamte Region um auf die zukünftigen Herausforderungen flexibel und schnell zu reagieren.
Dies passt natürlich auch zum Firmenslogan: „Managing flexibility“ Dieser ist Anspruch und Vision der Witzenmann-Gruppe. 1885 begründete der Pforzheimer Schmuckwarenfabrikant Heinrich Witzenmann mit der Erfindung des Metallschlauchs die Metallschlauch- und Kompensatorenindustrie. Heute, nach über 125 Jahren, ist die Witzenmann-Gruppe einer der weltweit führenden Hersteller von flexiblen metallischen Elementen wie Metallschläuchen, Kompensatoren, Metallbälgen und Fahrzeugteilen. Mehr als 3.600 Mitarbeiter an 23 Standorten weltweit erwirtschafteten 2013 einen Umsatz von rund 500 Millionen Euro.
Sven Praus
Dr. Gerhard Flöck, Sven Praus, Joachim Dengler, Dr. Hans-Eberhard Koch, Bernd Filler, Dr. Andreas Kämpfe (von links)
„Dies sind definitiv meine beiden letzten beiden Jahre als Vorsitzender der IMV-Pforzheim“, kommentiert Joachim Dengler seine Wiederwahl bei der Jahreshauptversammlung der IMV am 18.März in der Gaststätte „zum Bären“ in Eutingen.
Trotz steigender Mitgliederzahlen in den letzten Jahren steht der Entschluss fest. „In zwei Jahren bringe ich den Koffer mit alle Unterlagen mit. Entweder übergebe ich diese an den neuen Vorsitzenden oder ich bringe sie zum Amtsgericht“, bekräftigt Dengler seinen Entscheidung.
Er sei auch mittlerweile zu alt und somit zu weit weg von den jüngeren Mitgliedern, so seine Meinung. Somit beginnt die Suche wer das Erbe antreten wird.
Der neue Vorstand der IMV setzt sich wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender: Joachim Dengler
2. Vorsitzender: Volker Faaß
Kassier: Bernd Filler
Schriftführer: Mustafa Odunco
Pressereferent: Stefan Maier
Bildungsbeauftragter: Ronny Friedrich
Internetbeauftragter: Alexander Leippi
Beisitzer: Sven Praus, Rolf Scheytt und Jürgen Fuchs
„Wir haben mittlerweile 125 Mitglieder“, freut sich Joachim Dengler, 1.Vorsitzender der Industriemeistervereinigung Pforzheim (IMV), über den erneuten Mitgliederrekord und dies bereits dass fünfte Jahre in Folge! Man hatte also allen Grund zum Feiern als sich die Mitglieder der IMV-Pforzheim am 3.12. im der Eutinger Gaststätte „zum Bären“ traf.
Der anhaltend gute Zulauf an neuen Mitgliedern hat mittlerweile das Interesse der IMV-Deutschland geweckt. „Der Bundesvorstand hat uns gebeten in einem Workshop unser ,Geheimrezept‘ zu verraten“, berichtet Dengler. Dabei ist es sehr einfach: „Unsere Mitglieder sind z.T. Dozenten in den Prüfungsvorbereitungskursen der IHK “, so der Vorsitzende. Der frühe Kontakt zur IMV weckt immer wieder das Interesse der Kursteilnehmer.
Am Abend konnte man noch den 2.Vorsitzenden der IMV Volker Faaß für 30 Jahre Mitgliedschaft ehren. Die Silberne Ehrennadel für 20 Jahre bekam Uwe Flitsch.
Sven Praus
Der Vorstand freut sich über die neuen Rekordzahlen. Von links: Volker Faaß, Joachim Dengler, Bernd Filler (Bild: Volker Faaß)
„Lean-Methoden einführen und umsetzen ist ganz einfach. Da braucht man kein Studium. Es ist aber viel schwieriger das Ganze auf Dauer durchzuhalten“, lenkt Philipp Paschen, Verantwortlicher für Lean-Management bei Witzenmann, den Blick der Lehrgangsteilnehmer auf die eigentliche Herausforderung von Lean-Management.
So eröffnete das Lean-Management-Seminar der Industriemeistervereinigung Pforzheim (IMV) am 15.11. in der Firma Witzenmann eine neue ungeschminkte und dadurch sehr praxisnahe Sicht auf das Thema. „Ob das ganze jetzt Lean-Management, Schlanke Produktion, oder wie bei uns Witzenmann-Produktions-System (WPS) heißt, dahinter verbirgt sich immer das Toyota-Produktionssystem (TPS) aus Japan“, so Paschen. Bei TPS durchleuchtet man einzelne Prozesse im Unternehmen und prüft, welche Tätigkeiten wertschöpfend sind und welche nicht. Die normale Quote der wertschöpfenden Tätigkeiten vor Einführung des Systems liegt dabei oft bei erschreckenden 5%. „Und nur dafür zahlt der Kunde ja schließlich“, ermahnt Paschen, „die restlichen 95% sind also reine Verschwendung.“ Um diese aufzudecken, bedient man sich unterschiedlicher Methoden. Zu Beginn steht das Schlagwort 5S. Dies dient als Instrument, um Arbeitsplätze und deren Umfeld sicher, sauber und übersichtlich zu gestalten. Denn nach TPS sind Ordnung und Sauberkeit die Grundvoraussetzungen zur Verbesserung der Arbeitsprozesse. Erst dann gräbt man tiefer. Ob Multi-Moment-Aufnahme, Gesamtanlageneffektivitätskennzahl, Wertstrom- oder Störanalyse, die Vielzahl an Methoden scheint unendlich. Manche sind sogar ein Widerspruch in sich. „Die Gesprächsrunden wie z.B. Shop-Floor-Management sind ja eigentlich nach TPS Verschwendung. Sie holen die verlorene Zeit aber wieder ganz schnell rein“, weiß der Lean-Experte zu berichten.
Die Fertigungsart in der Werkstatt bestimme dabei wesentlich, welche Methoden zum Einsatz kommen. Dafür besuchten die Teilnehmer verschiedene Abteilungen der Witzenmann GmbH. Die erste Station war die Balgfertigung von Meister Joachim Dengler, gleichzeitig Vorsitzender der IMV. „Früher stand jeder meiner Mitarbeiter mit 2 Gitterboxen vor seiner Maschine. Aus der einen wurden die Teile entnommen, danach bearbeitet und in die andere gelegt. Danach ging diese Gitterbox zur nächsten Maschine und wieder: Raus aus der einen, rein in die andere Box“, erinnert sich Dengler. Heute sind die unterschiedlichen Arbeitsplätze durch schräge Holzrutschen miteinander verbunden. Jedes bearbeitete Bauteil rollt dadurch sofort zum nächsten Arbeitsschritt, ein s.g. One-Piece-Flow. Die Durchlaufzeit der Teile konnte auf einen Schlag um über 22% reduziert werden. Dabei war der Aufwand für diesen Erfolg minimal. „Der Schreiner brauchte 1 Tag für die Bahnen“, so Sami Havcarci, ebenfalls Lean-Experte bei Witzenmann. Die großen Stückzahlen und die handlichen, rotationssymetrischen Bauteile machten diese Verbesserung erst möglich.
Ganz anders die Situation in der Zerspanung des betriebseigenen Werkzeugbaus unter Meister Jürgen Fuchs: Hier war die Ausgangssituation eine Werkstattfertigung mit all ihren Vor- und Nachteilen. Hoch flexibel, aber lange Durchlaufzeiten. Hier musste man massiv organisatorisch und administrativ eingreifen. Angefangen beim Fertigungssteuerungsboard von Meister Fuchs bis hoch in die Werkzeugprojektierung und -konstruktion. „Denn alle Lean-Methoden funktionieren auch im Büro“, so Paschen. Viele kleine Veränderungen reduzierten die Durchlaufzeit der Fertigungsaufträge in den letzten fünf Jahren von durchschnittlich 77 auf 45 Arbeitstage.
Hier ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess durch Lean-Management sehr gut erkennbar. ‚Wer schlank sein will muss eben durchhalten.’
Sven Praus
Bild 1: Sami Havcarci (dritter von links): „Die Holzrutschen brachten 22% kürzere Durchlaufzeiten“Bild 2: Witzenmann Lean-Koordinator Philipp Paschen und IMV-Vorsitzender Joachim Dengler (von links)Bild 3: Philipp Paschen (links): „Durchhalten ist das schwierige bei den Lean-Methoden“Alle Bilder von Lionel Bizien
Informationen zur Witzenmann-Gruppe
„Managing flexibility“ ist Anspruch und Vision der Witzenmann-Gruppe.
1885 begründete der Pforzheimer Schmuckwarenfabrikant Heinrich Witzenmann mit der Erfindung des Metallschlauchs die Metallschlauch- und Kompensatorenindustrie. Heute, nach über 125 Jahren, ist die Witzenmann-Gruppe einer der weltweit führenden Hersteller von flexiblen metallischen Elementen wie Metallschläuchen, Kompensatoren, Metallbälgen und Fahrzeugteilen. Mehr als 3.400 Mitarbeiter an 23 Standorten weltweit erwirtschafteten 2012 einen Umsatz von über 475 Millionen Euro.